Durchs Gewächshausjahr
Monat für Monat: Was kann ich aussäen, pflanzen, pflegen und ernten – und wann dürfen Jungpflanzen ins Freiland?
Zum Gewächshausjahr →Wer ein Gewächshaus hat, möchte es nutzen – möglichst vom zeitigen Frühjahr bis weit in den Herbst und Winter hinein. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Aussaat? Welche Pflanzen fühlen sich im Gewächshaus besonders wohl? Was kann später ins Freiland? Und wie lassen sich die Beete über das ganze Jahr sinnvoll nutzen? Unser Gewächshaus Pflanzenwissen begleitet Sie praktisch durch das Gartenjahr – mit Aussaat- und Pflanzkalendern, Pflanzplänen, Pflanzenwissen zu Gemüse und Kräutern sowie Tipps zu Boden, Bewässerung, Düngung und Pflanzenpflege.
Unser Schwerpunkt liegt auf dem unbeheizten Gewächshaus. Licht, Nachttemperaturen, Bodentemperatur und tatsächliches Wetter entscheiden mit darüber, wann eine Kultur sinnvoll beginnt. Mit der Natur zu arbeiten ist oft erfolgreicher, als ihr Wochen voraus sein zu wollen.
Sie müssen diesen Ratgeber nicht von vorne bis hinten lesen. Wählen Sie einfach das Thema, das Sie gerade beschäftigt.
Monat für Monat: Was kann ich aussäen, pflanzen, pflegen und ernten – und wann dürfen Jungpflanzen ins Freiland?
Zum Gewächshausjahr →Pflanzkalender, Mischkultur und Pflanzpläne von 6 bis 30 m² – vom kleinen Haushalt bis zur ambitionierten Selbstversorgung.
Pflanzpläne entdecken →Tomate, Gurke, Paprika, Salat oder Basilikum: Wissen zu Aussaat, Standort, Pflege, Ernte und passenden Nachbarn.
Pflanzen von A–Z →Neu im Gewächshaus? Ein einfacher Jahresplan mit bewährten Kulturen führt Schritt für Schritt von der Aussaat bis zur Ernte.
Hier anfangen →Monat für Monat sehen, wann Aussaat, warme Anzucht, Pflanzung, Gewächshauskultur, Freiland und Ernte sinnvoll sind.
Zum Aussaat- und Pflanzkalender →Gelbe Blätter, Flecken, eingerollte Blätter oder schlechtes Wachstum: Symptome einordnen und mögliche Ursachen Schritt für Schritt prüfen.
Zum Pflanzendoktor →Gewächshaus kontrollieren, Boden beobachten und erste robuste Kulturen planen. Salat kann warm vorgezogen werden; ab Februar kommen Radieschen und frühe Salate dazu. Nicht vom ersten sonnigen Tag täuschen lassen.
Salat, Radieschen, Spinat und Kohlrabi nutzen das zunehmende Licht. Tomaten werden warm und hell vorgezogen. Noch nicht versuchen, das ganze Gewächshaus auf einmal zu füllen.
Bei passenden Nachttemperaturen können kräftige Tomaten bereits ins Gewächshaus. Frühkulturen weiter ernten. Für Gurken, Kürbis und Zucchini ist jetzt die Zeit für die warme Anzucht.
Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen und später Gurken einpflanzen. Nicht zu dicht setzen. Wege, Luft und Erreichbarkeit bewusst freihalten.
Gießen, anbinden, lüften und regelmäßig ernten. Nicht automatisch täglich gießen und nicht nach jedem gelben Blatt düngen. Jetzt lernen Sie, wie Ihr eigenes Gewächshaus auf Sonne, Hitze und Wasser reagiert.
Frei werdende Flächen nicht leer lassen. Feldsalat, Spinat, Radieschen und Herbstsalate nutzen den Platz weiter. Das Gewächshausjahr endet nicht mit der Tomate.
Abgeerntete Pflanzen entfernen, Boden beurteilen und Winterkulturen nur sparsam gießen. Notieren Sie, was gut funktioniert hat und was Sie im nächsten Jahr anders machen möchten.
Das Gewächshaus arbeitet langsam. Winterkulturen liefern noch Ernte, während die erste Anzucht vorbereitet wird.
JanuarKopfsalat für eine frühe Kultur warm vorziehen.
Nur robuste Winterkulturen nachsetzen, wenn Boden und Wetter passen.
Feldsalat und überwinternde Salate.
Kondenswasser beobachten, sparsam gießen und die Sommerplanung vorbereiten.
Die ersten Kulturen starten, aber kalte Nächte bleiben das Maß der Dinge.
FebruarRadieschen direkt; Kopfsalat und Kohlrabi warm vorziehen.
Kräftige Salatjungpflanzen geschützt setzen.
Feldsalat und vorhandene Winterkulturen.
Vlies bereithalten, an sonnigen Tagen lüften, Beete für Frühkulturen vorbereiten.
Mehr Licht bringt Tempo: Frühkulturen wachsen, die warmen Sommerkulturen werden vorbereitet.
MärzSalat, Radieschen und Spinat; Tomaten warm und hell vorziehen.
Salat und Kohlrabi in freie Bereiche setzen.
Frühe Radieschen, Salate und Winterreste.
Sommerplätze freihalten und erste Schädlinge früh kontrollieren.
Frühjahr und Sommerplanung treffen aufeinander. Bei passender Witterung dürfen erste Tomaten ins Haus.
AprilGurken, Kürbis und Zucchini erst jetzt warm vorziehen.
Kräftige Tomaten bei geeigneter Witterung; Frühkulturen weiter nutzen.
Salate und Radieschen laufend räumen.
Tagsüber lüften, Frostschutz für kalte Nächte bereithalten.
Die Sommerbelegung nimmt Form an. Jetzt entscheidet der Pflanzabstand über Licht und Luft im Hochsommer.
MaiKräuter nach Bedarf nachsäen; späte Freilandkulturen vorbereiten.
Tomate, Paprika, Chili, Aubergine und bei warmem Boden Gurke.
Letzte Frühkulturen, Salate und Radieschen.
Rankhilfen setzen, anbinden und konsequent mit der Lüftung beginnen.
Das Wachstum explodiert. Jetzt wird geführt, gegossen, kontrolliert und die erste große Ernte vorbereitet.
JuniKräuter und schnell wachsende Freilandkulturen gestaffelt nachsäen.
Nur noch Lücken sinnvoll schließen – nicht nachträglich überfüllen.
Salate, Kräuter und erste Sommerfrüchte.
Anbinden, ausgeizen, Gurken führen und Blattunterseiten kontrollieren.
Hochsommer heißt vor allem Klima führen: ernten, gezielt gießen und Hitzestau vermeiden.
JuliHerbstkulturen gedanklich vorbereiten, Saatgut bereitlegen.
Nur Ersatz- oder Nachpflanzungen, wenn wirklich Platz vorhanden ist.
Tomaten, Gurken, Paprika, Chili, Auberginen und Kräuter.
Tomaten kräftig lüften; Gurken nicht in den stärksten Luftzug stellen.
Sommerernte und Herbstplanung laufen parallel. Frei werdende Fläche wird sofort neu gedacht.
AugustFeldsalat, Spinat, Radieschen und passende Herbstsalate.
Jungpflanzen für Herbstkulturen in erste freie Bereiche setzen.
Sommergemüse und Kräuter regelmäßig und jung ernten.
Kranke Blätter entfernen, Licht und Luft in dichten Beständen verbessern.
Der Sommer ist noch nicht vorbei. Gleichzeitig beginnt der fliegende Wechsel zu Herbst- und Winterkulturen.
SeptemberFeldsalat, Spinat, Radieschen und geeignete Herbstsalate.
Jungpflanzen dort setzen, wo Sommerkulturen Platz freigeben.
Tomaten, Paprika, Chili, Gurken und Kräuter weiter regelmäßig ernten.
Weiter lüften, kranke Pflanzenteile entfernen und freie Flächen sofort vorbereiten.
Die Sommerkultur geht zu Ende, Herbstkulturen übernehmen. Hygiene und Bodenpflege werden wichtiger.
OktoberNur noch geeignete schnelle oder winterharte Kulturen.
Herbstsalate und vorhandene Jungpflanzen in geräumte Bereiche.
Letzte Sommerfrüchte, Salate, Radieschen und Kräuter.
Abgeerntete Pflanzen räumen, Rankhilfen reinigen und Boden beurteilen.
Wenig Licht verändert die Kultur. Gesund erhalten ist jetzt wichtiger als schnelles Wachstum.
NovemberNur noch sehr gezielt – das geringe Licht begrenzt das Wachstum.
Nur robuste vorhandene Jungpflanzen in passende freie Bereiche.
Feldsalat, Spinat, Petersilie und geeignete Salate.
Sparsam gießen, bei Gelegenheit lüften und Feuchtigkeit kontrollieren.
Das Gewächshaus ruht weitgehend. Beobachten, ernten und das vergangene Gartenjahr auswerten.
DezemberIn der Regel Pause – Licht und Temperatur reichen für vieles nicht sinnvoll aus.
Keine Sommerkulturen; robuste Winterbestände möglichst wenig stören.
Feldsalat und andere vorhandene Winterkulturen nach Bedarf.
Nach Sturm und Schnee kontrollieren und Erfahrungen fürs nächste Jahr notieren.
Ein neues Gewächshaus eröffnet viele Möglichkeiten. Gerade am Anfang können die aber auch verwirren: Wann säen? Was pflanzen? Wie oft gießen? Muss ich düngen? Wann lüften? Und was passt überhaupt zusammen?
Für Ihr erstes Gewächshausjahr brauchen Sie keinen komplizierten Anbauplan.
Beginnen Sie mit einigen Kulturen, die Ihnen Freude machen, lernen Sie Ihr Gewächshaus kennen und beobachten Sie, wie sich Temperatur, Sonne und Pflanzen im Laufe des Jahres verändern.
Das Gewächshausjahr für Anfänger und FortgeschritteneIm ersten Jahr muss nicht alles perfekt laufen. Wer ein paar typische Stolpersteine kennt, spart sich aber viel Frust.
Wer sein Gewächshaus über die Sommerkultur hinaus nutzt, plant nicht nur einzelne Pflanzen, sondern freie Flächen, Folgekulturen, Klima und Boden übers ganze Jahr. Die Monatsangaben sind eine BOMA-Praxisorientierung für ein unbeheiztes Gewächshaus in Deutschland – Wetter, Region und tatsächliche Nachttemperaturen gehen immer vor.
Feldsalat und überwinternde Salate ernten. Kopfsalat kann für eine frühe Kultur warm vorgezogen werden.
An sonnigen Tagen lüften, sobald sich viel Kondenswasser bildet. Nachts zählt Frostschutz – nicht Wachstum um jeden Preis.
Beete nur bearbeiten, wenn der Boden nicht nass und schmierig ist. Saatgut prüfen und die Sommerbelegung festlegen.
BOMA-Praxis: Im Winter ist zu viel Wasser meist gefährlicher als zu wenig. Kalter Boden trocknet langsam.
Radieschen und frühe Salate starten. Kohlrabi und Kopfsalat warm vorziehen; kräftige Salatjungpflanzen können geschützt ins Gewächshaus.
Vlies für kalte Nächte bereithalten. An sonnigen Tagen kann es unter Glas überraschend warm werden – rechtzeitig lüften.
Nur bedarfsgerecht düngen. Wer lange nicht untersucht hat, kann jetzt eine Bodenprobe einplanen.
Fortgeschrittenen-Trick: Frühkulturen so setzen, dass die späteren Tomatenplätze nicht blockiert werden.
Salat, Radieschen, Spinat und Kohlrabi nutzen das zunehmende Licht. Tomaten werden warm und hell vorgezogen.
Frühkulturen nicht dort verdichten, wo in wenigen Wochen Tomaten, Paprika oder Gurken einziehen sollen.
Schnecken, erste Blattläuse und Trauermücken früh entdecken. Kleine Herde sofort mechanisch entfernen.
BOMA-Praxis: Jetzt zeigt sich der Vorteil eines Jahresplans: Jeder Salat bekommt bereits beim Pflanzen seinen späteren „Auszugstermin“.
Kräftige Tomaten können bei geeigneter Witterung bereits ins Gewächshaus. Gurken, Kürbis und Zucchini erst spät im Monat warm vorziehen; Gurken nicht unnötig früh anziehen.
Salate und Radieschen laufend räumen. Dadurch entstehen Licht und Wurzelraum für die Hauptkulturen.
Warme Tage und kalte Nächte liegen dicht beieinander. Lüften und Frostschutz müssen jetzt zusammen gedacht werden.
Wichtig: Eine frühe Tomatenpflanzung ist BOMA-Praxis, aber kein starres Kalenderdatum. Bei Frostgefahr schützen oder warten.
Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen und – bei ausreichend warmem Boden – Gurken beziehen ihre Sommerplätze. Kräuter füllen passende Zwischenräume.
Tomaten anbinden, Gurken an Rankhilfen führen. Hohe Kulturen außen, kompaktere Pflanzen näher am Weg.
Mit steigender Sonneneinstrahlung wird Lüftung zur täglichen Kulturarbeit. Tomaten besonders luftig halten.
BOMA-Praxis: Jetzt nicht jede freie Handbreit zustellen. Luft und Zugang sind Teil des Pflanzplans.
Tomaten regelmäßig anbinden und je nach Kulturführung ausgeizen. Gurken führen, alte oder kranke Blätter gezielt entfernen.
Durchdringend und bedarfsgerecht gießen. Nicht automatisch täglich: kurze Gießpausen können die tiefere Durchwurzelung fördern.
Blattunterseiten kontrollieren. Läuse, Weiße Fliege und Spinnmilben sind früh leichter zu begrenzen als nach einer Massenvermehrung.
Fortgeschritten: Pflanzen lesen: Blattfarbe, Triebabstände und Fruchtansatz sagen oft mehr als ein starrer Düngeplan.
Tomaten, Gurken, Paprika, Chili, Auberginen und Kräuter regelmäßig ernten. Reife Früchte nicht unnötig lange hängen lassen.
Frühzeitig lüften. Tomaten profitieren besonders von kräftigem Luftaustausch; Gurken mögen eine höhere Luftfeuchte und sollten nicht in den stärksten Luftzug gestellt werden.
Schon jetzt Saatgut für Herbstkulturen bereitlegen. Die ersten später frei werdenden Flächen gedanklich vergeben.
BOMA-Praxis: Hochsommerpflege bedeutet nicht „mehr von allem“ – weder Wasser noch Dünger sollten pauschal erhöht werden.
Feldsalat, Spinat, Radieschen und geeignete Salate für Herbst und Winter einplanen. Nicht warten, bis das ganze Haus leer ist.
Weiter regelmäßig ernten und kranke Pflanzenteile entfernen. Übermäßige Blattmasse dort reduzieren, wo sie Luft und Licht stark behindert.
Frei werdende Stellen säubern und direkt neu nutzen. Gesunden Boden möglichst bedeckt und biologisch aktiv halten.
Fortgeschrittenen-Prinzip: Der Herbst beginnt im Gewächshaus nicht im Oktober, sondern mit der Aussaat im August.
Feldsalat und Spinat nutzen frei werdende Bereiche. Radieschen und passende Herbstsalate können die Saison verlängern.
Tomaten, Paprika und Chili weiter ausreifen lassen. Stark erschöpfte oder kranke Pflanzen lieber gezielt entfernen.
Kühlere Nächte erhöhen die Kondensationsgefahr. Morgens lüften und Blattnässe möglichst vermeiden.
BOMA-Praxis: Jetzt entscheidet Hygiene über den Herbst: abgestorbene Blätter und befallene Pflanzenteile nicht im Bestand liegen lassen.
Tomaten vor kritischen Frösten ernten und geeignete Früchte nachreifen lassen. Salate, Radieschen und Herbstkulturen weiter nutzen.
Abgeerntete Sommerkulturen samt krankem Pflanzenmaterial entfernen. Rankhilfen und Arbeitsbereiche reinigen.
Kompost und organische Substanz nur passend zum Bedarf einsetzen. Bodenleben fördern, aber nicht vorsorglich überdüngen.
Wichtig: „Viel hilft viel“ gilt bei der Herbstdüngung nicht. Überschüssiger Stickstoff kann problematisch sein.
Feldsalat, Spinat, Petersilie und geeignete Salate können je nach Entwicklung weiter geerntet werden.
Deutlich sparsamer gießen. Pflanzen verbrauchen bei wenig Licht und niedrigen Temperaturen wesentlich weniger Wasser.
Lüften, wenn die Witterung es erlaubt. Dauerhafte Feuchtigkeit und stehende Luft begünstigen Pilzkrankheiten.
BOMA-Praxis: Im November wird nicht mehr auf maximales Wachstum gedrückt. Gesund durch die lichtarme Zeit ist das bessere Ziel.
Robuste Winterkulturen nur bei Bedarf ernten und ansonsten möglichst wenig stören.
Nach Sturm und Schnee Türen, Fenster und Konstruktion kontrollieren. Schnee- und Sicherheitsvorgaben des jeweiligen Gewächshauses beachten.
Notieren, welche Kulturen gut liefen, wo Licht fehlte, welche Mengen wirklich gebraucht wurden und welche Plätze nächstes Jahr anders belegt werden.
Fortgeschritten: Ein gutes Gartentagebuch macht den eigenen Standort mit jedem Jahr wertvoller als jede allgemeine Tabelle.
Für unser Pflanzenwissen gilt: Zeitangaben sind Orientierung für das unbeheizte Gewächshaus. Region, Wetter, Sorte und tatsächliche Temperaturen haben Vorrang.
| Kultur | Vorkultur / Aussaat | Ins kalte Gewächshaus | Später ins Freiland? | BOMA-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Tomate | Typisch ab Mitte März warm und sehr hell vorziehen. | Erst bei geeigneter, frostfreier Witterung; nicht von warmen Märztagen täuschen lassen. | Ja, nach Abhärtung und bei ausreichend warmem Boden/Wetter. | Keimung braucht deutlich mehr Wärme als ein kaltes Gewächshaus im März zuverlässig bietet. |
| Paprika | Typisch Anfang März warm vorziehen; langsame Jugendentwicklung einplanen. | Wärmebedürftig – erst deutlich später als robuste Frühjahrskulturen. | Ja, an warmen geschützten Standorten. | Für frühe Anzucht ist ein kleiner beheizter Bereich besonders sinnvoll. |
| Gurke | Erst relativ spät vorziehen; typischerweise Ende April. | Wärmebedürftig, kalte Nächte vermeiden. | Je nach Gurkentyp und Standort. | Zu frühe Aussaat produziert schnell große Pflanzen, bevor draußen passende Bedingungen herrschen. |
| Kopfsalat | Frühe Jungpflanzen sind möglich; im zeitigen Frühjahr ist professionelle Jungpflanzenqualität oft die einfachste Lösung. | Je nach Witterung bereits früh im Jahr möglich. | Ja – im Sommer ist Freiland häufig die bessere Nutzung. | Ideal als Vor- und Nachkultur statt als dauerhafte Sommerbelegung. |
| Kohlrabi | Frühe Jungpflanzen benötigen eine passende Anzuchttemperatur. | Je nach Witterung früh im Jahr möglich. | Ja. | Sehr gut geeignet, um die Zeit vor den Sommerkulturen zu nutzen. |
| Radieschen | Direktsaat möglich. | Je nach Witterung schon früh im Jahr. | Auch im Freiland sehr gut. | Schnelle Kultur für Frühjahr und teilweise wieder für den Herbst. |
| Feldsalat | Direktsaat oder Jungpflanzen. | Besonders interessant für Spätsommer, Herbst und Winter. | Ja. | Eine klassische Möglichkeit, frei werdende Flächen nach Sommerkulturen weiter zu nutzen. |
| Spinat | Direktsaat. | Vor allem für kühlere Jahreszeiten interessant. | Ja. | Passt besser in Vor- und Nachsaison als in die heiße Sommerphase. |
Nicht alles, was im Gewächshaus startet, muss dort bleiben. Viele Kulturen können geschützt heranwachsen und später in den Garten umziehen.
Für wärmebedürftige Aussaaten muss nicht zwangsläufig das ganze Gewächshaus beheizt werden. Oft ist es wirtschaftlicher, nur den kleinen Anzuchtbereich zu temperieren, in dem die Jungpflanzen Wärme benötigen.
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Im Gewächshaus entscheidet weniger eine vermeintliche „Freundschaft“ zwischen Pflanzen als ihre praktische Verträglichkeit: ähnliche Klimawünsche, passende Wuchshöhen, ausreichender Platz, eine sinnvolle Wasserführung und ein gesunder Boden.
Keine magische Nachbarschaftstabelle, sondern eine Planungshilfe für typische BOMA-Pflanzsituationen.
| Kombination | Praxisurteil | Warum? | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Tomate + Paprika/Chili | gut planbar | Ähnliche Wärme- und Lichtansprüche; unterschiedliche Wuchshöhen lassen sich gut staffeln. | Nicht zu dicht pflanzen; gleiche Pflanzenfamilie bei Bodenpflege berücksichtigen. |
| Tomate + Basilikum/Kräuter | gut planbar | Kräuter nutzen kleine freie Flächen und bleiben deutlich niedriger. | Kräuter nicht direkt im Schatten großer Tomaten verstecken. |
| Tomate + Salat (Frühjahr) | sehr sinnvoll | Salat nutzt den Platz, bevor die Tomate groß wird. | Salat rechtzeitig ernten oder ins Freiland verlagern. |
| Gurke + Paprika | mit Planung | Beide mögen Wärme, aber die Gurke wächst stark und braucht mehr Wasser. | Gurke an Rand/Rankhilfe; Paprika nicht beschatten. |
| Tomate + Gurke | möglich | In vielen Gewächshäusern üblich, obwohl Wasser- und Luftfeuchtewünsche nicht identisch sind. | Nur Querlüftung bei den Tomaten, Gurken lieben feuchte Luft, getrennte Wurzelbereiche und gezieltes Gießen helfen. |
| Kohlrabi/Brokkoli + Sommerkulturen | als Vorkultur | Frühe Kohlkulturen nutzen das Frühjahr, bevor Tomate & Co. die Fläche brauchen. | Nicht bis in den Hochsommer unter Glas stehen lassen, wenn draußen Platz vorhanden ist. |
| Feldsalat/Spinat + Sommerkulturen | als Nachkultur | Sie übernehmen frei werdende Flächen im Spätsommer und Herbst. | Bei wenig Winterlicht sparsam gießen und nicht stark düngen. |
Ja. In der Praxis funktioniert das gut, wenn ausreichend gelüftet wird, beide Kulturen genug Platz bekommen und die Wasserversorgung gezielt erfolgt. Gurken dürfen etwas feuchter stehen, während Tomaten besonders von trockenem Laub und gutem Luftaustausch profitieren.
Nicht möglichst viele Pflanzen auf möglichst wenig Fläche: Licht, Luft, Arbeitswege und der Kulturwechsel übers Jahr bestimmen den Plan. Für unsere Beispiele verwenden wir ab jetzt typische, tatsächlich häufig gekaufte Gewächshausmaße statt theoretisch quadratischer Grundflächen.
Wenige lieblingskulturen statt mini-selbstversorgerhof.
Tomaten mit gurken oder paprika kombinieren.
Erste klare kulturzonen und ein flexibles wechselbeet.
Mehr vielfalt bei weiterhin großzügigen pflanzabständen.
Kulturzonen, gute wege und gestaffelte belegung.
Die wichtigste Idee hinter unserem Pflanzenwissen: Nicht jede Fläche gehört einer einzigen Kultur. Ein Platz kann im Frühjahr Salat tragen, im Sommer einer Tomate gehören und im Herbst wieder Feldsalat aufnehmen.
| Kulturplatz | Frühjahr | Sommer | Herbst/Winter |
|---|---|---|---|
| Tomatenplatz | Salat, Radieschen, Kohlrabi | Tomate | Feldsalat, Spinat |
| Gurkenplatz | Radieschen, Salat, Jungpflanzen | Gurke | Feldsalat oder Herbstsalat |
| Paprika-/Chiliplatz | frühe Salate, Kräuteranzucht | Paprika, Chili | Spinat, Feldsalat |
| Freie Randflächen | Kräuter, Jungpflanzen fürs Freiland | Basilikum und kompakte Kräuter | Winter- und Kräuterkulturen nach Eignung |
Der Kalender unterscheidet bewusst zwischen warmer Anzucht, Nutzung des kalten Gewächshauses und späterem Freiland. Die Monatsangaben sind Zeitfenster – Wetter, Region, Sorte und tatsächliche Nachttemperaturen gehen immer vor.
Paprika, Chili, Tomate und Gurke brauchen für die Jungpflanzenanzucht mehr Wärme, als ein kaltes Gewächshaus im zeitigen Frühjahr zuverlässig bietet.
Tomate, Gurke, Paprika, Chili und Aubergine sind typische Sommer-Hauptkulturen unserer Pflanzpläne.
Salat, Kohlrabi und weitere Jungpflanzen können geschützt starten und später Platz für die Sommerkulturen machen.
Radieschen, Salate, Spinat und Feldsalat nutzen Zeiträume, in denen die Hauptkultur noch nicht steht oder bereits geräumt ist.
| Kultur | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Paprika | 🔥 | 🔥 | 🔥 | |||||||||
| 🌶️ Chili | 🔥 | 🔥 | 🔥 | |||||||||
| 🍅 Tomate | 🔥 | 🔥 | ||||||||||
| 🥒 Gurke | 🔥 | |||||||||||
| 🍆 Aubergine | 🔥 | 🔥 | 🔥 | |||||||||
| Kopfsalat | 🔥 | 🔥 | 🌱 | 🌱 | ||||||||
| Kohlrabi | 🔥 | 🔥 | 🌱 | |||||||||
| 🔴 Radieschen | 🌱 | 🌱 | 🌱 | 🌱 | ||||||||
| Spinat | 🌱 | 🌱 | 🌱 | |||||||||
| Feldsalat | 🌱 | |||||||||||
| Basilikum | 🔥 | 🔥 | ||||||||||
| Petersilie | 🌱 | 🌱 | ||||||||||
| Schnittlauch | 🌱 | 🌱 | ||||||||||
| Dill | 🌱 | 🌱 | 🌱 | |||||||||
| Koriander | 🌱 | 🌱 | 🌱 | |||||||||
| Rosmarin | ||||||||||||
| 🍈 Melone | 🔥 | |||||||||||
| 🎃 Kürbis | 🔥 | |||||||||||
| 🍠 Süßkartoffel | ||||||||||||
| 🥒 Zucchini | 🔥 | |||||||||||
| 🥦 Brokkoli | 🔥 | 🔥 | 🌱 |
Hinweis: Der Kalender ist eine BOMA-Praxisorientierung für unbeheizte Gewächshäuser in Deutschland. Er ist bewusst nicht taggenau: In einem kalten Gewächshaus entscheidet das Wetter stärker als das Kalenderdatum.
Das Lexikon wächst zu einzelnen Kulturporträts aus. Hier beginnt die schnelle Orientierung: Welche Rolle spielt eine Pflanze im kalten Gewächshaus – Hauptkultur, Vorkultur, Nachkultur oder nur zeitweiser Gast?
Warm und hell vorziehen. Unter Glas besonders wertvoll; großzügig pflanzen, trockenes Laub und gute Lüftung anstreben.
Wärmeliebend und sehr wüchsig. In unseren Pflanzplänen bewusst nur wenige Pflanzen – oft reicht schon eine.
Lange Anzucht, wärmeliebend und kompakter als Tomate oder Gurke. Deshalb in den Pflanzplänen deutlich zahlreicher.
Ähnlich wie Paprika warm anziehen. Viele Sorten bleiben vergleichsweise kompakt und passen gut in kleinere freie Bereiche.
Wärmebedürftig; im geschützten Haus interessant. In größeren Häusern eine gute Ergänzung zu Tomate und Paprika.
Ideal, um freie Gewächshausfläche vor den Sommerkulturen zu nutzen. Im Hochsommer häufig besser draußen.
Sehr gute Nachkultur. Bei wenig Winterlicht wächst er langsam – das ist normal und kein Grund zum Überdüngen.
Mag kühlere Kulturphasen und passt deshalb besser in Frühjahr und Herbst als in ein heißes Sommergewächshaus.
Direktsaat und kurze Kulturzeit machen Radieschen zu einem hervorragenden Lückenfüller im zeitigen Frühjahr.
Frühe Jungpflanzen können geschützten Raum nutzen. Später darf die Kultur ins Freiland weichen.
Wärmeliebend und hervorragend für freie Stellen bei Paprika, Chili und anderen Sommerkulturen geeignet.
Vielseitig nutzbar; im Pflanzenwissen behandeln wir Standort, Aussaat und Ernte getrennt von wärmeliebenden Kräutern.
Robust und unkompliziert. Muss nicht dauerhaft wertvolle Sommerfläche unter Glas belegen.
Schnell wachsend und gut für gestaffelte Aussaaten. Ein schönes Beispiel dafür, dass Kräuter nicht alle gleich kultiviert werden.
Interessant für kühlere Kulturabschnitte; bei Hitze kann die Blütenbildung schnell einsetzen.
Brokkoli kann im Gewächshaus früh angezogen oder für eine frühe Ernte genutzt werden. Im Sommer ist er meist im Freiland besser aufgehoben und macht unter Glas Platz für wärmeliebende Hauptkulturen.
Rosmarin liebt Sonne und Wärme, braucht aber wenig Wasser. Im Gewächshaus kann er geschützt stehen, im Sommer ist auch ein Platz draußen gut geeignet.
Melonen profitieren stark vom warmen, geschützten Gewächshaus. Sie brauchen viel Licht, Platz und eine gute Führung der Triebe.
Kürbis wird im Gewächshaus sinnvoll vorgezogen, wächst später aber meist besser im Freiland und gibt unter Glas wertvolle Sommerfläche frei.
Süßkartoffeln lieben Wärme und eine lange Vegetationszeit. Das Gewächshaus kann beim frühen Wachstum helfen; später ist auch warmes Freiland geeignet.
Zucchini lässt sich geschützt vorziehen, beansprucht ausgewachsen jedoch viel Platz. Im Sommer ist sie daher meist im Freiland besser aufgehoben.
Hier wird aus dem Pflanzenlexikon praktisches Anbauwissen. Damit die Seite trotz vieler Informationen übersichtlich bleibt, sind die Porträts einklappbar. Beim Öffnen einer Kultur schließt sich die zuvor geöffnete automatisch. Die Angaben sind auf das überwiegend unbeheizte Gewächshaus ausgerichtet.
Wenn Sie sich für eine Kultur entschieden haben, finden Sie bei Olerum passende Bio-Gemüsepflanzen und Bio-Kräuterpflanzen. So führt der Weg vom Pflanzenwissen direkt zur passenden Jungpflanze – erst auswählen, was zu Gewächshaus und Saison passt, dann gezielt pflanzen.
Das Gewächshaus ist keine botanische Insel. Vor-, Haupt- und Nachkultur sowie das Freiland gehören zusammen gedacht.
Mischkultur, Fruchtfolge, Pflanzabstände, Lichtbedarf und die Kombination von Gewächshaus und Freiland werden hier miteinander verknüpft.
Bei einem überwiegend kalten Gewächshaus ist die beheizte Anzucht ein eigener kleiner Klimabereich. Das spart Energie und erlaubt trotzdem die für Keimung und Jungpflanzen nötigen Temperaturen.
Lange Anzuchtzeit und hoher Wärmebedarf bei der Keimung. Diese Kulturen dürfen früher starten als Tomaten – aber hell und kontrolliert.
Nicht zu früh säen. Eine kompakte, kräftige Jungpflanze ist wertvoller als eine im Frühjahr bereits viel zu große, lichtsuchende Pflanze.
Sehr kurze Anzuchtzeit. Hier bringt frühes Aussäen besonders wenig. Lieber später starten und zügig wachsen lassen.
Für die kostengünstige Anzucht empfehlen wir, nur den tatsächlich benötigten Bereich zu temperieren. Dafür eignen sich das beheizte Anzuchtgewächshaus und die beheizte Anzuchtstation.
Gute Pflege bedeutet nicht, möglichst viel zu tun. Entscheidend ist, Wasser, Nährstoffe, Luft und Bodenleben so zu steuern, dass die Pflanzen gleichmäßig wachsen und möglichst wenig Stress haben.
Lieber durchdringend in den Wurzelraum als ständig nur die Oberfläche benetzen. Bei Tomaten und anderen krankheitsanfälligen Kulturen möglichst direkt an den Boden bzw. Pflanzenfuß gießen und die Blätter trocken halten. Nicht automatisch jeden Tag gießen: maßvolle Gießpausen können die Pflanzen dazu anregen, den Boden intensiver zu durchwurzeln. Natürlich nur so weit, dass kein deutlicher Trockenstress entsteht.
Salat, Radieschen und Feldsalat brauchen deutlich weniger Stickstoff als lange stehende Fruchtgemüse. Tomaten gehören zu den stärker zehrenden Kulturen. Eine Bodenuntersuchung verhindert Düngung nach Gefühl und zeigt, was tatsächlich fehlt. Zu hohe Stickstoffgaben können außerdem zu erhöhten Nitratgehalten in Gemüse beitragen – besonders bei nitratspeichernden Blattgemüsen und ungünstigen Lichtbedingungen.
Kompost und organische Substanz unterstützen Bodenstruktur und Bodenleben. Mulchen kann Wasserverluste reduzieren. Weil im festen Gewächshaus ein echter Standortwechsel kaum möglich ist, bekommt die langfristige Bodenpflege besonderes Gewicht. Auch bodenfördernde Mikroorganismen können sinnvoll sein – vor allem als Ergänzung zu organischer Substanz und guter Bodenpflege, nicht als Ersatz dafür. Entscheidend ist, dass die eingesetzten Produkte tatsächlich für Gartenboden bzw. Gemüsebau vorgesehen sind.
Das Gewächshaus soll Pflanzen schützen – nicht im Sommer zur Sauna werden. Frühzeitig Türen und Fenster öffnen, Querlüftung nutzen und feuchte, stehende Luft vermeiden. Gerade Tomaten profitieren davon, wenn ihr Laub trocken bleibt.
Ein gutes Gewächshausjahr endet nicht mit der letzten Tomate. Der Übergang zur nächsten Kultur entscheidet mit darüber, wie gesund und produktiv das Haus bleibt.
Viele Gemüsearten tragen besser weiter, wenn reife Früchte laufend geerntet werden. Zucchini jung pflücken, Gurken nicht überständig werden lassen und Tomaten je nach Sorte vollreif oder zum Nachreifen ernten.
Wenn im Herbst Kälte droht, können ausgereifte, aber noch nicht vollständig gefärbte Tomaten häufig im Haus nachreifen. Kranke oder faulende Früchte gehören dagegen nicht in die Lagerung.
Kranke Blätter, faulende Früchte und stark befallene Pflanzenreste nicht im Gewächshaus liegen lassen. Sauberes Arbeiten reduziert den Infektionsdruck für die nächste Kultur.
Rankhilfen, Schnüre, Töpfe und Werkzeuge kontrollieren und bei Bedarf reinigen. Beete lockern, organische Substanz einarbeiten und freie Flächen für Herbst- oder Winterkulturen vorbereiten.
Nicht warten, bis das komplette Haus leer ist. Frei werdende Teilflächen können schon früher mit Feldsalat, Spinat oder geeigneten Salaten neu belegt werden.
Ein Symptom ist noch keine Diagnose. Gelbe Blätter, Flecken oder eingerollte Blätter können mehrere Ursachen haben. Deshalb zuerst Wasser, Licht, Temperatur, Nährstoffe und Schädlinge prüfen – und erst danach handeln.
Mögliche Ursachen: Wasserstress, Stickstoffmangel, Wurzelschäden, kalter Boden oder natürliche Alterung.
Prüfen: Bodenfeuchte, Blattalter und Muster der Vergilbung.
Mögliche Ursachen: Trockenstress, Salz-/Düngerschaden, starke Hitze oder gestörte Wasseraufnahme.
Prüfen: Wurzelraum, letzte Düngung und Gießrhythmus.
Mögliche Ursache: gestörte Calciumversorgung der Frucht, häufig durch ungleichmäßige Wasserversorgung.
Prüfen: starke Wechsel zwischen trocken und nass vermeiden.
Mögliche Ursachen: Hitze, Trockenstress, starke Sonne, Wurzelschäden oder physiologische Blattrollung.
Prüfen: Temperatur, Lüftung und Wasserversorgung.
Mögliche Ursache: Echter Mehltau, besonders bei Gurken und Zucchini.
Prüfen: Blattoberseite, Ausbreitung und Kulturführung.
Mögliche Ursache: bei Gurken kann Falscher Mehltau eine Ursache sein.
Prüfen: Blattunterseite, Luftfeuchte und Lüftung.
Mögliche Ursache: Spinnmilben, oft bei warm-trockenen Bedingungen.
Prüfen: Blattunterseiten auf helle Sprenkel und winzige Tiere.
Mögliche Ursache: Weiße Fliege.
Prüfen: Blattunterseiten, Honigtau und auffliegende Tiere; Gelbtafeln zur Befallskontrolle nutzen.
Mögliche Ursachen: kalter Boden, wenig Licht, Wurzelschaden, Nährstoffungleichgewicht oder zu früher Pflanztermin.
Prüfen: Nicht reflexartig nachdüngen.
Mögliche Ursachen: Hitze, schlechte Bestäubung, Wassermangel oder ungünstige Kulturbedingungen.
Prüfen: Bestäubung, Temperatur und Wasserversorgung.
Mögliche Ursachen: Spurennährstoffmangel, hoher pH-Wert oder Wurzelschaden.
Prüfen: pH-Wert und Bodenversorgung statt nur mehr Dünger.
Mögliche Ursachen: Wurzelschäden, Staunässe, kalter Boden oder Wurzelkrankheiten.
Prüfen: Wurzelraum und Drainage; zusätzliches Gießen kann schaden.
Erkennen: Kleine dunkle Mücken laufen oder fliegen dicht über feuchter Erde; die Larven leben im Substrat.
Vorbeugen und handeln: Oberfläche zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen, Staunässe vermeiden und Gelbtafeln zur Befallskontrolle nutzen. Bei Jungpflanzen früh reagieren.
Erkennen: Kolonien sitzen häufig an jungen Trieben und Blattunterseiten; eingerollte Blätter und klebriger Honigtau sind typische Hinweise.
Vorbeugen und handeln: Erste Nester mit der Hand entfernen oder mit Wasser abstreifen. Pflanzen regelmäßig kontrollieren und Nützlinge schonen.
Erkennen: Fraßlöcher, angefressene Blattränder und Kotkrümel weisen auf Raupen hin; besonders Kohlgewächse kontrollieren.
Vorbeugen und handeln: Blattunterseiten und Pflanzenherzen absuchen, Eier und junge Raupen frühzeitig von Hand entfernen. Türen und Lüftungen können bei Bedarf mit geeigneten Kulturschutznetzen gesichert werden.
Im Gewächshaus empfehlen wir, auf chemische Pflanzenschutzmittel möglichst zu verzichten. Auch unsere Großeltern gärtnerten ohne die heute verfügbaren chemischen Mittel: Entscheidend waren robuste Pflanzen, ein gesunder Boden, passende Mischkulturen, Luft, Licht und aufmerksame Pflege.
Pilzliche Krankheiten und tierische Schädlinge haben es bei vitalen Pflanzen und guten Kulturbedingungen schwerer. Ein naturnaher Kreislauf bedeutet dabei nicht, dass im Gewächshaus keine „Krabbler“ vorkommen – im Gegenteil: Viele Insekten und andere kleine Tiere sind harmlos oder nützlich. In vielfältigen, gesunden Kulturen kann sich ein einzelner Schädling oft weniger leicht massenhaft ausbreiten.
Wehret den Anfängen: Pflanzen regelmäßig ansehen. Einzelne Blattläuse, Eigelege, Raupen oder erste Befallsnester lassen sich häufig noch von Hand entfernen, bevor daraus ein größeres Problem wird. Nützlinge dabei unbedingt schonen.
Wer sein Gewächshaus kennt, kann Erntezeit, Flächennutzung und Kulturführung deutlich verfeinern. Der nächste Schritt ist nicht maximale Pflanzendichte, sondern bessere Planung.
Salat, Radieschen, Kräuter und andere kurze Kulturen nicht alles gleichzeitig säen oder pflanzen. Kleine zeitversetzte Sätze verlängern die Ernte.
Ein Tomatenplatz kann im März noch Salat tragen und nach Saisonende wieder Feldsalat aufnehmen. So wird aus einem Beet ein Jahresplatz.
Nicht nur Arten, sondern Sorten testen: Geschmack, Wuchs, Krankheitsrobustheit, Reifezeit und Ertrag im eigenen Gewächshaus dokumentieren.
Tropf- oder andere bodennahe Systeme können die Wasserversorgung gleichmäßiger machen und halten das Laub trocken. Trotzdem bleibt Kontrolle nötig.
Bei jahrelanger intensiver Nutzung Bodenproben einplanen. So werden pH-Wert und Nährstoffversorgung messbar statt geschätzt.
Aussaat, Pflanztermin, erste Ernte, letzte Ernte, Probleme und Lieblingssorten notieren. Nach wenigen Jahren entsteht ein Kalender, der besser zum eigenen Standort passt als jede Standardtabelle.
BOMA-Erfahrung ist unser Ausgangspunkt. Kulturtermine, Pflanzabstände, Pflanzengesundheit und strittige Gartenregeln gleichen wir zusätzlich mit Gartenbau-Fachquellen ab. Dazu gehören insbesondere die Gartenakademie Rheinland-Pfalz, Hortipendium, die Bayerische Gartenakademie/LWG und weitere öffentliche Gartenbau-Beratungsstellen.
Ein gutes Gewächshausjahr entsteht selten durch möglichst frühes Säen oder möglichst viele Pflanzen. Entscheidend sind passende Zeitfenster, ausreichend Platz, gute Lüftung, ein gesunder Boden und die Bereitschaft, auf Wetter und Pflanzen zu reagieren.